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Hauklotz

(Member)

Hallo Forum,

ich hatte vor einiger Zeit einen Beitrag im Bau.Net-Forum Kamin- und
Kachelofen. Es war der Beitrag 267, in dem ich eine Anfrage zum
Wirkungsgrad eines Kachelherdes gestellt hatte. Ich wurde auf dieses Forum hier aufmerkam gemacht und versuche jetzt mal mein Glück.

Nach den Angaben, die ich erhalten habe braucht unser Ofen etwas zuviel Holz. traurig
Wir verbrauchten letztes Jahr 5 bis 6 rm und hatten eine Öleinsparung von 550...750l.
Wir haben unseren Ofensetzer darauf angesprochen. Vor einiger Zeit war er bei uns und hatte sich die Sache
nochmals angesehen. Seine Meinung war, daß der Zug im Kamin zu stark ist und die Rauchgase zu schnell
durch den Ofen ziehen.

Als erste Maßnahme haben wir deshalb den unteren Reinigungsdeckel im
Kamin geöffnet, um hier Falschluft anziehen zu lassen und den
eigentlichen Zug vom Kachelofen wegzubringen. Seit dieser Maßnahme brennt der Ofen
scheinbar etwas ruhiger und er reagiert auch besser auf die Luftklappe
(obwohl er manchmal auch bei geschlossener Klappe noch brennt).

Da wir nun schon einige Wochen heizen, habe ich vor ein paar Tagen mal
Zwischenbilanz gezogen. Am Verbrauch hat sich , wie es scheint, nicht
viel geändert. Und das ist es, was mich eigentlich stört. Wir haben
bisher 2Ster Holz verheizt und gegenüber dem durchnittlichen Ölverbrauch
der letzten Jahre, bisher ca. 150l eingespart. Das erscheint mir etwas
mager.

Meine Frage: Kann man die Leistung des Ofens nachmessen? Bzw. könnte ein
Sachverständiger dies beurteilen?

Ich weiss leider nicht, wie und was der Ofensetzer seinerzeit gerechnet hat. Bei einem Telefongespräch neulich hat er mir lediglich
folgende Werte genannt, die er allgemein verwendet:
Er geht bei einer Oberflächentemperatur von 70°C am Ofen von einer
Heizleistung von 0,8kW/m^(2) aus. Bei dieser Temperatur würde sich auch
die bei einem "Strahlungsofen" als angenehm empfundene Wärme ergeben,
selbst wenn die Umgebungsluft nur 20°C hat.
Als Leistungsbedarf sieht er bei "Altbauten" ca. 100W Heizleistung/m^(2)
Wohnfläche, bei Niedrigenergie-Bauweise rechnet er mit 50W/m^(2). Somit
würde der Ofen für die bei uns vorliegende Fläche von ca. 50m^(2) und
5m^(2) Oberfläche (und somit ca. 5kW Heizleistung) passen.

Frage hierzu wäre: welche Leistungswerte kann man annehmen, wenn die
Temperatur unter oder über 70°C liegt? Kann man die Leistung linear mit
der Temperatur rechnen, oder ist der Zusammenhang anders. Ich habe am
vergangenen Wochenende mir mal die Mühe gemacht und gewogen, welche
Holzmenge ich in den Ofen geworfen habe, und welche Fläche in den
darauffolgenden Stunden wie warm wurde. Obwohl der Ofensetzer mir eine
Oberfläche von ca. 5m2 genannt hatte und so auf ca. 5kW Heizleistung
kommt, bezweifle ich mittlerweile schon die Angabe der Fläche. Wenn ich
die Flächen zusammenzähle, die über 50°C erreicht haben, waren es
vielleicht so ca. 4m2.

Bin für jeden Tip dankbar.
17.12.03, 07:27:05

Theo Kern

(Administrator)

[quote=Hauklotz] Hallo Forum,


Zitat:
"Nach den Angaben, die ich erhalten habe braucht unser Ofen etwas zuviel Holz. traurig
Wir verbrauchten letztes Jahr 5 bis 6 rm und hatten eine Öleinsparung von 550...750l."


Das entspricht bei einem durchnittlichen Wirkungsgrad von 80% und Ofentrockenem Holz mit einem rm Gewicht von ca. 600kg einem Öleinsatz von rund 1000Litern.

Zitat:
Wir haben unseren Ofensetzer darauf angesprochen. Vor einiger Zeit war er bei uns und hatte sich die Sache
nochmals angesehen. Seine Meinung war, daß der Zug im Kamin zu stark ist und die Rauchgase zu schnell
durch den Ofen ziehen.

Als erste Maßnahme haben wir deshalb den unteren Reinigungsdeckel im
Kamin geöffnet, um hier Falschluft anziehen zu lassen und den
eigentlichen Zug vom Kachelofen wegzubringen. Seit dieser Maßnahme brennt der Ofen
scheinbar etwas ruhiger und er reagiert auch besser auf die Luftklappe
(obwohl er manchmal auch bei geschlossener Klappe noch brennt).


Dass der Zug zu stark ist kann schon sein. Der Ofen ist dann nicht korrekt auf den Schornsteinzug ausgelegt. Abhilfe wäre möglicherweise ein Zugbegrenzer. Dieser wird in den Schornstein eingebaut. Die Öffnung des Reinigunsdeckels ist probeweise möglich aber kein Ersatz für einen Zugbegrenzer. Dass der Ofen bei geschlossener Luftklappe weiter normal brennt bedeutet dass die Luftklappe nicht dicht genug ist.
Das ist ein Mangel.
Denn wenn die Klappe nicht dicht ist zieht "immer", egal ob der Ofen brennt oder nicht Luft in Ihren Ofen und von dort, über den Schornstein ins Freie. Da dies Ihre Raumluft ist, welche Sie vorher aufgeheizt haben, heizen Sie somit "für den Petrus". Auf diese Art wird der aufgeheizte Ofen von innen ausgekühlt und der Wirkungsgrad verschlechtert sich rapide.

Zitat:
Da wir nun schon einige Wochen heizen, habe ich vor ein paar Tagen mal
Zwischenbilanz gezogen. Am Verbrauch hat sich , wie es scheint, nicht
viel geändert. Und das ist es, was mich eigentlich stört. Wir haben
bisher 2Ster Holz verheizt und gegenüber dem durchnittlichen Ölverbrauch
der letzten Jahre, bisher ca. 150l eingespart. Das erscheint mir etwas
mager.



Zwei Ster Holz würden normalerweise ca. rund 350-400ltr. Öl entsprechen.

Zitat:
Meine Frage: Kann man die Leistung des Ofens nachmessen? Bzw. könnte ein
Sachverständiger dies beurteilen?



Man kann, aber versprechen Sie sich davon nicht zu viel. Sorgen Sie erstmal dafür dass die Putztür wieder zu kommt. Dann sorgen Sie für einen angepassten Schornsteinzug. Dann für eine dichte Ofentür.
Wenn Sie das gemacht haben und noch nicht zufrieden sind, dann messen Sie die Temperatur der Rauchgase am Schornsteinaustritt. Ihr Schornsteinfeger hilft Ihnen dabei sicher. Er kann dann auch beurteilen ob die Abgastemperatur im richtigen Bereich ist.
Ist sie das, und brennt der Ofen richtig schön das Holz ab, dann sollte die Verbrennungsseite in Ordnung sein.

Zitat:
Ich weiss leider nicht, wie und was der Ofensetzer seinerzeit gerechnet hat. Bei einem Telefongespräch neulich hat er mir lediglich
folgende Werte genannt, die er allgemein verwendet:
Er geht bei einer Oberflächentemperatur von 70°C am Ofen von einer
Heizleistung von 0,8kW/m^(2) aus. Bei dieser Temperatur würde sich auch
die bei einem "Strahlungsofen" als angenehm empfundene Wärme ergeben,
selbst wenn die Umgebungsluft nur 20°C hat.
Als Leistungsbedarf sieht er bei "Altbauten" ca. 100W Heizleistung/m^(2)
Wohnfläche, bei Niedrigenergie-Bauweise rechnet er mit 50W/m^(2). Somit
würde der Ofen für die bei uns vorliegende Fläche von ca. 50m^(2) und
5m^(2) Oberfläche (und somit ca. 5kW Heizleistung) passen.



Mit seinen Angaben und Annahmen liegt der Ofenbauer im richtigen Bereich. Natürlich heizt aber nur die Ofenfläche die auch die 70°C erreicht entsprechend. Sie können bei einer Ofenoberfläche von 5m² aber kaum über 3,5kW Heizleistung kommen. Ob Sie damit Ihren Raum warm bekommen können hängt nicht von irgendwelchen Annahmen, sondern von den realen Bedingungen des Raumes ab.
Wenn Sie mit Ihren gemessenen 4m² heizende Oberfläche und der Temperatur recht haben, leistet Ihr Ofen aber wesentlich weniger als 3,5kW.
Da sich die Oberflächentemperaturen andauernd ändern kann man natürlich nicht genau sagen welche Leistung ein Ofen zu einem gewissen Zeitpunkt hat. Es kommt auch darauf an wie Sie den Ofen beheizen. Nutzen Sie den Herd auch zum kochen oder nur zum heizen?.
Grundsätzlich zur Holzmenge kann man folgendes sagen. Wenn Ihr Ofen den Soll Wirkungsgrad von 78% hat und Ihr Brennholz ausreichend trocken ist, dann brauchen Sie für die Abgabe einer kW/h rund 320g Holz. Wenn Ihr Ofen also 24 Stunden mit durchschnittlich 5kW/h heizen soll, dann braucht er 24x5x0,32kg Holz zusammen also rund 38kg. Verbrennen Sie soviel? Die Leistung bei anderen Holzmengen können Sie sich leicht ausrechnen.

Zitat:
Frage hierzu wäre: welche Leistungswerte kann man annehmen, wenn die
Temperatur unter oder über 70°C liegt? Kann man die Leistung linear mit
der Temperatur rechnen, oder ist der Zusammenhang anders. Ich habe am
vergangenen Wochenende mir mal die Mühe gemacht und gewogen, welche
Holzmenge ich in den Ofen geworfen habe, und welche Fläche in den
darauffolgenden Stunden wie warm wurde. Obwohl der Ofensetzer mir eine
Oberfläche von ca. 5m2 genannt hatte und so auf ca. 5kW Heizleistung
kommt, bezweifle ich mittlerweile schon die Angabe der Fläche. Wenn ich
die Flächen zusammenzähle, die über 50°C erreicht haben, waren es
vielleicht so ca. 4m2.

Bin für jeden Tip dankbar.


Ich hoffe ich habe Ihnen weitergeholfen.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
17.12.03, 12:24:59

Hauklotz

(Member)

Hallo H. Kern,

danke für die schnelle Antwort. Der Kaminfeger kommt im Januar und mißt den Zug. Bzgl Ihrer Aussagen aber noch folgende Frage:
Zitat:
Dann sorgen Sie für einen angepassten Schornsteinzug. Dann für eine dichte Ofentür. Wenn Sie das gemacht haben und noch nicht zufrieden sind, dann messen Sie die Temperatur der Rauchgase am Schornsteinaustritt. Ihr Schornsteinfeger hilft Ihnen dabei sicher. Er kann dann auch beurteilen ob die Abgastemperatur im richtigen Bereich ist.

Und wo liegt die richtige Abgastemperatur? Gibt es da Richtwerte?


Zitat:
Dass der Zug zu stark ist kann schon sein. Der Ofen ist dann nicht korrekt auf den Schornsteinzug ausgelegt. Abhilfe wäre möglicherweise ein Zugbegrenzer.

Soweit sind wir momentan. Ich habe vor einiger einen Zugbegrenzer in die Reinigungsöffnung eingesetzt, einfach zum Probieren, welche Auswirkung das hat. Der ist momentan auf unter 10Pa eingestellt (Nch Angabe auf dem Begrenzer. Messen konnte ich den Zug natürlich nicht). Als ich den Ofensetzer vor einiger Zeit gefrat habe, wie er den Schorsteinzug denn in der Berechnung berücksichtigt hat, sagte er, daß er das nicht könne, weil sich der Zug stets ändert, also je nach Wetterlage und Aussentemperatur usw, usw.
Wie gesagt, ich habe ZWeifel inwieweit er das was ausgelegt hat. Der Ofen wird zwar warm, aber man muß halt gut Holz einwerfen.
Anderes Beispiel: Wir hatte am Sonntag ca. 18kg Holz verheizt. Der fen hat eine Sitzbank, unter der Kupferbleche verlegt wurden, damit die Ofenbank temperiert wird. "Temperiert" steht im Auftrag. Ich habe mir dabei vorgestellt, daß man dann beim Draufsitzen das Gefühl hat, die Bank sei warm. Sie erreichte aber trotz der 18kg Holz im vorderen Drittel max. eine Temp. von 30°C. Würden Sie das als "temperiert" bezeichnen? Ich habe beim draufsitzen jedenfalls das Gefühl, daß der Hintern kalt bleibt. Und ausserdem kann ich nicht jeden Tag 18kg Holz verheizen, sonst wird der Verbrauch ja noch größer. (Wir setzen uns deshalb immer an einer anderen Stelle auf den Ofen, wenn wir uns mal richtig aufwärmen wollen.

Bin mal gespannt, was bei der Messung rauskommt.

Vielen Dank nochmals.




18.12.03, 18:04:54

Theo Kern

(Administrator)

geändert von: Theo Kern - 05.02.06, 18:09:07

Zitat:
Und wo liegt die richtige Abgastemperatur? Gibt es da Richtwerte?
ca. 80°C an der Schornsteinmündung zuviel verschlechtert den Wirkungsgrad, zuwenig gefährdet den Schornstein durch Versottung. die 80°C sind aber nur eine "Hausnummer". Das hängt auch an der Art des Schornsteins.
Zitat:
Soweit sind wir momentan. Ich habe vor einiger einen Zugbegrenzer in die Reinigungsöffnung eingesetzt, einfach zum Probieren, welche Auswirkung das hat. Der ist momentan auf unter 10Pa eingestellt (Nch Angabe auf dem Begrenzer. Messen konnte ich den Zug natürlich nicht). Als ich den Ofensetzer vor einiger Zeit gefrat habe, wie er den Schorsteinzug denn in der Berechnung berücksichtigt hat, sagte er, daß er das nicht könne, weil sich der Zug stets ändert, also je nach Wetterlage und Aussentemperatur usw, usw. Wie gesagt, ich habe ZWeifel inwieweit er das was ausgelegt hat. Der Ofen wird zwar warm, aber man muß halt gut Holz einwerfen. Anderes Beispiel: Wir hatte am Sonntag ca. 18kg Holz verheizt. Der fen hat eine Sitzbank, unter der Kupferbleche verlegt wurden, damit die Ofenbank temperiert wird. "Temperiert" steht im Auftrag. Ich habe mir dabei vorgestellt, daß man dann beim Draufsitzen das Gefühl hat, die Bank sei warm. Sie erreichte aber trotz der 18kg Holz im vorderen Drittel max. eine Temp. von 30°C. Würden Sie das als "temperiert" bezeichnen? Ich habe beim draufsitzen jedenfalls das Gefühl, daß der Hintern kalt bleibt. Und ausserdem kann ich nicht jeden Tag 18kg Holz verheizen, sonst wird der Verbrauch ja noch größer. (Wir setzen uns deshalb immer an einer anderen Stelle auf den Ofen, wenn wir uns mal richtig aufwärmen wollen. Bin mal gespannt, was bei der Messung rauskommt. Vielen Dank nochmals.
In der Reinigungsöffnung hat der Zugbegrenzer nichts verloren. Von dort kühlt er immer noch den Ofen und Ihren Raum aus. Besser ist es ihn im Keller einzusetzen. Es ist schon richtig dass der Schornstein, je nach Umweltbedingungen unterschiedlich zieht. Der Hauptgrund für den Zug ist allerdings der Schornstein selbst. Und zwar Durchmesser und wirksame Höhe. Und die ist vor der Ofenplanung und Berechnung bekannt und muss in diese einfliesen. Eine wirkungsvolle Möglichkeit haben Sie noch den Zug zu bremsen. Verkleinern Sie einfach den Überbrand zwischen Feuerraum und gemauertem Zug. Das können Sie provisorisch machen indem Sie einfach einen Schamottestein in den Überbrand legen. Ihre 18kg Holz ist eine normale Holzmenge wenn der Ofen über 12 Stunden rund 5kW/h liefern soll. Soll der Ofen das 24 Stunden tun sind ca. 36kg Holz notwendig. Die Hälfte morgens, die andere Hälfte abends. Die Sache mit dem Kupferblech unter der Bank funktioniert halt nur leidlich. Es wäre sicher besser gewesen die Bank richtig zu beheizen. Das hätte auch die heizende Oberfläche des Ofens vergrößert. Es kommt aber auch hier darauf an ob der Ofen richtig ausgelegt ist. Es kommt allerdings auch darauf an dass Sie Ihren Ofen richtig bedienen. Tun Sie das nicht kann Ihnen auch der bestgebaute Ofen nicht helfen. Der Fortgang interessiert mich, halten Sie mich bitte auf dem laufenden. mfg

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
18.12.03, 18:50:19

Hauklotz

(Member)

Hallo H. Kern,

Zitat:
In der Reinigungsöffnung hat der Zugbegrenzer nichts verloren. Von dort kühlt er immer noch den Ofen und Ihren Raum aus. Besser ist es ihn im Keller einzusetzen.


Sorry, hier muß ich ein Mißverständinis aufklären: Der Zugbegrenzer sitz NICHT in einer Reinigungsöffnung des Ofens, sondern in der Reinigungsöffnung des Kamins und zwar im Keller unten. Daß ansonsten der Ofen trotz allem auskühlen würde leuchtet mir ein. Wir waren auch zuversichtlich, daß dies das Problem weitgehendst behebt, sind aber nach der vor kurzem gemachten Schätzung sehr skeptisch.

Zitat:
Eine wirkungsvolle Möglichkeit haben Sie noch den Zug zu bremsen. Verkleinern Sie einfach den Überbrand zwischen Feuerraum und gemauertem Zug.

Guter Tip! Sofern notwendig werd ich das auf jeden Fall versuchen. Ich warte jetzt aber die Messung des Schornsteinfegers ab.

Zitat:
Ihre 18kg Holz ist eine normale Holzmenge wenn der Ofen über 12 Stunden rund 5kW/h liefern soll.

Das ist das, was ich mal versucht habe nachzuvollziehen. Deshalb habe ich nach dem Wert für die Heizleistung gefragt, wenn die Temperatur anders als 70°C ist. Ich habe am Wochenende an mehreren Punkten in ca. stündlichem Abstand die Temperatur gemessen und wollte eigentlich mal überschlagen, welche Leistung dann welche Fläche abgibt, und folglich über die Gesamtzeit daraus die Gesamtwärmeabgabe. Da jedoch die wenigsten Flächen 70°C haben und ich den Zusammenhang von Leiszung und Temperatur nicht weiß ist das nicht möglich. Ich weiß, es ist ohnehin nut Theorie, aber einen Versuch wäre es mir Wert.

Die Frage ist: Wenn die Temp. an eine Fläche zB. nur 40°C beträgt, ist dann die Leistung auch nur 4/7 der 0,8kW/m², die bei 70°C angenommen werden?. Extrem wirkt sich das ja an der Herdplatte aus. Die hat so 260...300°C gehabt. Wir klammern uns hier an jeden Strohhalm. Wie gesgt, vom Ofensetzer sind bisher nur recht ungenaue Angeaben gekommen. Und gerade die Herdplatte schob er bisher immer gern als "große Unbekannte" vor (Zitat: "Ja bei der Herdplatte wird schon ein sehr großer Anteil Wärme abgestrahlt, aber wieviel das genau ist kann man natürlich nicht sagen...."). Ich bezweifle dies, und behaupte, im 21. Jahrhundert sollte das zumindest abschätzbar sein.

Zitat:
Die Sache mit dem Kupferblech unter der Bank funktioniert halt nur leidlich. Es wäre sicher besser gewesen die Bank richtig zu beheizen. Das hätte auch die heizende Oberfläche des Ofens vergrößert.

Das scheint sich hier zu bestätigen. Aber auch hier haben wir uns halt auf die Meinung des Fachmanns verlassen. (Und sitzen nun da, mit kaltem Hintern traurig )

Ein wichtiger Punkt, den ich noch vergessen habe:
Der Ofen hat ein Backfach. Auch damit haben wir Probleme. Ähnlich wie beim Ofen müssen wir Holz einlegen, daß es kracht. Wir haben es ebenfalls am Wochendende nochmals genau wissen wollen. Nach insgesamt 6kg Holz erreichte das Backfach gerade mal 200°C. Um diese zu halten hätte man nochmals nachlegen müssen. Wir haben dann auf Ofenheizung umgeschaltet. Das Backfach kühlte dann innerhalb weniger Minuten auf 140°C ab.
Meine Frau und ich waren beide der Meinung, daß bei der Planung abgeprochen war, daß wir einen Hebel haben, an dem wir einstellen können, ob das Backfach beheizt werden soll oder nicht. Wenn das Backfach nicht beheizt wird, gehen die Rauchgase direkt in die Ofenzüge. OK, das ist jetzt auch der Fall. Wenn das Backfach beheizt wird, sollten die Gase zuerst durch das Backfach und dann noch durch einen Teil der Ofenzüge, sozusagen um die Restwärme zu nutzen.
Ausgeführt wurde, aber, daß nach Beheizen des Backfachs die Gase direkt ab in den Schornstein gehen. Auf unsere Frage, warum das nicht wie abgesprochen gemacht wurde, erhielten wir die Antwort, daß das nicht üblich sei. Beim Beheizen des Backfahs würden die Rauchgase soweit abkühlen, daß es keinen Sinn macht sie nochmals in den Ofen zu leiten. Es würde nur Probleme machen, weil in unserem Fall die Gase nach unten geleitet werden müssen, um wieder in die Ofenzüge zu kommen und dabei könne es Probleme geben.
Können Sie eine solche Begründung bestätigen? Wir sind uns hier nicht sicher, ob wir das glauben sollen.

Falls Sie wie oben erwähnt einen Richtwert für die Leistung des Ofens in Abhängikeit der Temperatur hätten, wäre das super, dann würde ich über die Feiertage mal ein bischen mit den Zahlen spielen und rechnen. Ggf. könnte ich dann im Januar den Ofensetzer mit diesen Werten konfrontieren und um eine Stellungnahme bitten.

Auf alle Fälle nochmals vielen Dank und jetzt schon frohe Weihnachten.

Fortsetzung folgt....
....... auf jeden Fall.


19.12.03, 07:55:17

Theo Kern

(Administrator)

Hallo

Gut, das mit dem Zugbegrenzer ist so richtig gemacht.
Was mich stutzig macht ist dass Sie den Zugbegrenzer auf 10Pa eingestellt haben. Das ist normalerweise zu wenig Zug für einen richtig gebauten Kachelofen.
Wie lange ist der Heizgaszug? und wie dimensioniert? und wie läuft er?
Das mit der spezifischen Wärmeleistung kann man nicht so einfach beantworten. Ich nenne Ihnen einfach mal die Werte der Fachregeln.
Das sind für 60°C 500W/m², für 75°C 750W/m² und für 85°C 900W/m2. Aber Vorsicht, das sind die Werte für Kacheln und auch da nur ein Mittelwert. Die Wärmeleistung ändert sich schon mit der farbe der Glasur. Bei Putzoberflächen ist Sie auf jeden Fall geringer.
Die Herdplatte spielt bei der gesamten Wärmeabgabe nicht die größte Rolle. Zwar hat sie eine Wärmeleistung von ca. 3000W/m² aber!!! nur solange das Feuer brennt, während der Zug auch heizt wenn das Feuer aus ist.
Haben Sie also z.B. eine Herdplatte von 0,5m² und der Ofen brennt zwei stunden am Tag ist die gesamte Abgabeleistung der Herdplatte rund 3kW + der allerdings stark verringerten Leistung wenn kein Feuer brennt.
Wenn ich richtig verstehe wird Ihr Backfach indirekt geheizt. Dann ist es richtig dass die Rauchgase danach in den Schornstein gehen. Allerdings, und das scheint mir zweifelhaft, muss der Backofen als solcher gegenüber der Ofenoberfläche isoliert sein. Ansonsten kühlt er ja sofort wieder aus.
Aber auch hier gilt: Sie müssen den Ofen auch richtig bedienen. Wenn Sie z.B. die Feuertür nach dem Abbrand nicht dicht machen, dann kühlt der Backofen auch schnell wieder aus.

Ich wünsche ein schönes Fest und einen guten Rutsch.
mfg

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
19.12.03, 09:17:48

Hauklotz

(Member)

Hallo H. Kern,

jetzt bin ichs doch nochmal.
Zitat:
Was mich stutzig macht ist dass Sie den Zugbegrenzer auf 10Pa eingestellt haben. Das ist normalerweise zu wenig Zug für einen richtig gebauten Kachelofen

Die Angabe, die ich diese Woche vom Ofensetzer bekam lautete: Der Zug in Höhe der Einmündung des Kachelofens in den Schornstein sollte 12 Pa nicht überschreiten.
Die Einstellung mit den ca 10Pa hab ich einfach durch probieren gemacht. Als wir die untere Öffnung des Schornsteins geöffnet haben war durchaus festzustellen, daß der Abbrand ruhiger wird. Die Tage danach hatten wir lediglich Probleme, den Ofen anzubekommen. Es war auch relativ mild in diesen Tagen und der Zug im Kamin vielleicht geringer. Da hab ich die alte Zugbegrenzerklappe ausgegraben, die noch aus der Zeit vor der Kaminsanierung stammte. Etwas Ofenschnur drumgewickelt, paßte die in die Schornsteinöffnung, wie die Faust aufs Auge. Damit habe ich, so denke ich zumindest, den Faktor Umgebungstemperatur etwas gemildert.

Zitat:
Wie lange ist der Heizgaszug? und wie dimensioniert? und wie läuft er?

Ob Sie es glauben, oder nicht. Der Planer des Ofens (heute Geschäftsführer des Ladens) wußte das selber nicht und hat bei seinem letzten Besuch deshalb den, der den Ofen vor Ort gesetzt hat nochmals mitgebracht. Das ist ein Grund, von vielen, weshalb ich Zweifel habe, daß an dem Ofen wirklich was nach heutigem Stand der Technik "ausgelegt" wurde.

Zitat:
Wenn ich richtig verstehe wird Ihr Backfach indirekt geheizt. Dann ist es richtig dass die Rauchgase danach in den Schornstein gehen

Aehm, was ist indirekt beheizt? Im Ofen ist sozusagen eine Blechkiste mit stirnseitiger Tür eingebaut, also das Backfach. Bei enstprechender Hebelstellung ziehen die Rauschgase aus dem Feuerraum über einen ca. 0,5m langen Schacht zu diesem Fach und umströmen es an seiner Außenseite. Von dort gehen sie nochmals knapp 1/2m in den Schornstein. Seitlich von diesem Backfach sind es noch 5...10cm bis zu den Kacheln (Das Backfach sitzt sozusagen in einem Rundbogen drin). Daß da irgendwas isoliert sein sollte, kann ich mir nicht vorstellen. Werd aber mal die nächsten Tage ein wenig kundschaften (Boden des Backfachs rausnehmen und mit Spiegel und Taschenlampe reingehen...)

Zitat:
Aber auch hier gilt: Sie müssen den Ofen auch richtig bedienen.


Ich formulier das mal so: bisher haben wir uns an die Angabe des Herstellers gehalten. Ich habe ihn schon mindestens 2 mal ausdrücklich danach gefragt, sprich wieviel Holz auflegen, nach welchen Kriterien die Luftklappe einstellen etc.
Seine Aussage bisher: lieber kleinere Mengen Holz auflegen und stetig Heizen, als einmal große Mengen. Obwohl ich sonst auch schon gehört habe, daß man nur 1 bis 2 Heizvorgänge pro Tag macht. Es ist ein Rost im Ofen, und deshalb wäre, so der Hersteller die kontinuierliche Feuerung besser. Nichts desto trotz habe ich in letzter Zeit auch hin und wieder versucht nach der anderen Methode zu heizen, sprich größere Menge auflegen, Luftklappe weit öffnen, solange die großen gelben Flammen lodern, ggf nur wenig gedrosselt (wenn ich den Eindruck hatte, daß der Ofen sehr stark zieht) und dann, wenn nur noch die besagten kleinen blauen Flämmchen an der Oberfläche der Scheite zu sehen sind, alle Löcher zugemacht.

So, jetzt reichts aber glaube ich wirklich. Für die nächsten Tage habe ich noch ein paar Punkte zum probieren. Ich werd auch mal den Abgang des Ofens zum Schornstein freilegen. Da ist ne Reinigungsöffnung. Dann kann ich vorab schonmal die Abgastemperatur messen (Backfach- und Ofenbetrieb)

In diesem Sinne, nochmals vielen Dank und frohe Weihnachten.



19.12.03, 13:25:39

schorschi

(Newbie)

Hallo Hauklotz,

bin zwar kein Ofenfachmann, habe aber zumindest ein paar thermodynamische Grundkenntnisse.

Zitat:

Die Frage ist: Wenn die Temp. an eine Fläche zB. nur 40°C beträgt, ist dann die Leistung auch nur 4/7 der 0,8kW/m², die bei 70°C angenommen werden?.


Deine Frage zur Leistung des Ofens bei 40 bzw. 70° kann ich verneinen.

Die Heizleistung ergibt sich aus dem Delta (Differenz) von Umgebungstemperatur zur Heiztemperatur. Wenn also die Umgebungstemp. bei 0° liegen sollte, kommt das Verhältnis 4/7 hin, ist aber unwahrscheinlich...

Bei einer Umgebungs-/Raumtemperatur von 20° hätte man bei 40° ein Delta von 20, bei 70° wären es 50. Das Verhältnis wäre somit 2/5.

Bei 25° Raumtemperatur wird das Verhältnis natürlich ungünstiger (1/3).

Viele Grüße und viel Spaß mit dem Ofen

schorschi
20.02.04, 22:44:48

Hauklotz

(Member)

Servus Freunde guter Kachelöfen zwinkern ,

nach längerer Zeit melde ich mich mal wieder. Der Winter ging eigentlich ohne wesentliche Neuerungern vorüber. Wir haben zwar zweimal einen Termin mit dem Ofensetzer vereinbaren wollen, zwecks Reinigung des Ofens. Aber bisher wurde daraus nichts.

Mittlerweile habe ich mir noch die Berechnung des Ofens oder genauer Kachelherdes zukommen lassen. Dazu hätte ich noch einige Fragen. Vielleicht kann mir hierbei jemand weiterhelfen.

Hier ein paar Daten aus der Berechnung (Sorry, als Laie tu ich mich schon schwer damit, zu beurteilen, welche Werte berechnet und welche vorgegeben sind. Das geht aus dem Ausdruck leider nicht so klar hervor):
Abgasmassenstrom 14,26 g/s
Heizgastemperatur Austritt Feuerraum: 586,14 °C
Verbrennungsluftbedarf: 38,41 m3/h
Brennstoffmenge 3,88kg

Wärmeabgabe des Feuerraumes 2,68kW
Wärmeabgabe keramische Nachheizfläche 4,42kW
Wärmeabgabe gesamt 7,10kW
Oberfläche 6,3m²
mittl. Oberflächentemp. 78,43°C
Wirkungsgrad. 80%

In Punkto Oberfläche und mittlerer Oberflächentemperatur hab ich schonmal ausreichend Stoff für ein Gespräch mit dem Ofensetzer. Mag sein, daß die gesamte Oberfläche 6,3m² hat. Wenn ich allerdings berücksichtige, welcher Anteil wirklich warm wird, bin ich bei nur ca. 4m². Und dort ist nicht die mittlere, sondern die maximale Temp. bei ca. 80°C.....

Worauf ich mir allerdings keinen richtigen Reim machen kann, ist die Leistung und Wirkungsgradangabe. Hallo H. Kern: Als sie mir Ende letzten Jahres auf meine Frage nach der Abgastemperatur geantwortet haben, haben sie mir einen Wert von ca. 80°C angegeben. Haben sie vielleicht eine 2 davor vergessen zwinkern ??? Oder warum gibt die mir vorliegende Berechnung fast 280°C an? BTW: ich habe die Temperatur mal gemessen. Je nachdem, wie man die Luftzufuhr und Holzmenge variiert sind Abgastemperaturen von 100...180°C erreicht worden.

ABER: Die dem Abgasstrom entnommene Leistung ist doch proportional zum Temperaturgefälle, oder nicht ( Sorry, ist bei mir schon ne Weile her mit Thermodynamik und so verwirt ). Kann bei 280°C Abgastemperatur überhaupt ein Wirkungsgrad von 80% erreicht werden?

Und zu guter letzt: Kann man anhand der Ablagerungen im Ofen unter Umständen Rückschlüsse auf schlechte Verbrennung etc. ziehen? Wir schließen nicht aus den Ofen und die Berechnung doch noch von einem Gutachter prüfen zu lassen. Wären dann evtl. verwertbare Spuren beseitigt worden?

Fragen über Fragen. Freue mich aber über jede Antwort.

Bis denne
31.03.04, 22:03:34

Theo Kern

(Administrator)

Guten Morgen

die von mir genannten 80°C sind schon richtig, aber natürlich für den Schornsteinaustritt. Die Temperatur für den Schornsteineintritt muss so ausgelgt werden dass die Rauchgase im Schornstein nicht kondensieren. Die genannten 100°C sind definitiv zu wenig, 180°C könnten passen.
Die Berechnung ist mangelhaft. Die Wärmeabgabe der Heizgaszüge kann nicht so hoch sein. Das läßt sich leicht über die Temperaturen ermitteln. Außerdem verstehe ich die Holzmenge überhaupt nicht. Soweit ich das verstanden habe ist der Ofen doch als Grundofen gebaut. Selbst bei leichter Bauweise bräuchte der Ofen pro Abbrand, bei den angegebenen 7,10kW ca. 18kg Holz. Die Oberfläche von angegebenen 6,3qm müßte durchschnittlich über 100°C haben um mehr als 7kW abzugeben.
Ich weis ja nicht was Ihr Ofenbauer gerechnet hat. Wenn Ihr Ofen tatsächlich 7kW hätte wären Sie sicher auch nicht zufrieden. Dies wäre vermutlich viel zu viel.
Bei 280°C Abgastemperatur können tatsächlich keine 80° Wirkungsgrad entstehen. Aber Sie haben doch nur 100-180°C gemessen. Bei 180°C kommt das schon hin. Die Abgastemperatur ist natürlich vom Brennverlauf abhängig. Genauso wie die Temperatur im Feuerraum erst ansteigt, dann verharrt und dann wieder fällt ist es auch mit der Abgastemperatur.
Wenn Ihr Ofen tatsächlich nur 4qm mit max 80°C Oberflächentemperatur hat, dann liegt die Heizleistung nie über 3kW. Nicht berücksichtigt ist dabei aber die Herdplatte. Diese heizt aber nur solange das Feuer brennt mit höherer Leistung. Das ist beim Grundofen, bei angenommener leichter Bauart max. 4-5h täglich, verteilt auf 3 Brennintervalle.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
01.04.04, 06:47:21

Hauklotz

(Member)

Hallo Forum,

nachdem ich gelegentlich immer mal wieder hier im Forum vorbeigeschaut habe, um zu sehen, was andere Leute mit Ihren Öfen für Erfahrungen machen, bin ich doch erschrocken, als ich gesehen habe, wie lange es her ist, seit ich diesen Beitrag erstellt habe.

Ich wollte mich nur kurz mal melden, um mitzuteilen, dass die Sache mit unserem Ofen immer noch nicht ausgestanden ist.

Wir haben den Fall vor einiger Zeit unserem Anwalt übergeben. Naja, und seither zieht es sich...

Da wir eine Rechtschutzversicherung haben, ist zumindest die finanzielle Seite in dieser Hinsicht kein Risiko. Aber wir erhoffen uns dann wenigsten Klarheit darüber, ob an dem Teil doch was faul ist, oder wir einfach nur zu blöd sind das gute Stück richtig zu bedienen oder vielleicht zu hohe Erwartungen in den Ofen gesetzt hatten.

Die Chancen, dass sich noch was ändert sind zwar gering, aber wir haben wenigstens alles versucht, was machbar ist.

Weitere Einzelheiten möchte ich jetzt nicht nennen. Aufgrund der vielen Hits auf dem Beitrag kann ich nicht ausschliessen, dass sich mitlerweile unsere Gegenseite hier mit eingeklinkt hat.

Über den Ausgang des Verfahrens werde ich aber zu gegebener Zeit berichten. Wenns weiter geht wie bisher, schätze ich so in ein bis zwei Jahren zwinkern , also dranbleiben.

Gruß
Hauklotz
12.10.06, 21:22:49

Hauklotz

(Member)

geändert von: Hauklotz - 01.09.07, 15:24:30

Hallo Forum,
so nachdem nun nochmals knapp ein Jahr seit meinem letzten Beitrag vergangen sind, gibt es nun endlich etwas neues.

Vor längerer Zeit hat sich ein vom Gericht bestellter Sachverständiger den Ofen angesehen und ist zu dem Schluss gekommen, dass er tatsächlich mangelhaft ist. Das Verfahren hat sich leider sehr lange hingezogen, aber mittlerweile zeichnet es sich ab, dass der Ofensetzer die Mängel beheben will.

Bezüglich der (nicht) temperierten Ofenbank hat er den Vorschlag gemacht, diese entweder über einen Zug zu beheizen, oder alternativ über Heizschlangen aus der Zentralheizung (Prinzip Fußbodenheizung).

Hat jemand so eine Variante eingebaut? Würde mich interessieren, welche Erfahrungen Ihr damit gemacht habt.

Gruß

Hauklotz

01.09.07, 15:08:41

Theo Kern

(Administrator)

Hallo Hauklotz

Funktionieren tut beides wobei es allerdings schon ein wenig seltsam ist wenn man den Ofen mit der Heizung im Keller warm macht.
Das sollte der Ofen schon selbst tun.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
02.09.07, 09:12:03

Hauklotz

(Member)

Hallo Forum,

@Herr Kern. Danke für die Antwort. Irgendwie hatte ich ähnlich gedacht. Allerdings hätte ich es nicht so treffend formulieren können zunge raus . Und die Befürworter, die vielleicht auf so eine Lösung geschworen hätten sind auch ausgeblieben. Also Ofen bleibt Ofen und Zentralheizung bleibt Zentralheizung.

Aber, ab Montag solls ernst werden. Da will der Ofensetzer zum Nachbessern anrücken. Nach der letzten telefonischen Rücksprache hat sich allerdings so ein leicht mulmiges Gefühl breitgemacht und die Hoffnung auf einen warmen Hintern schwindet wieder etwas traurig (Thema temperierte Sitzbank). Irgendwie scheint der Mann sich noch nicht so ganz festgelegt zu haben, welche Massnahmen er genau vornimmt :confused:.

Doch kurz zur Vorgeschichte:
Der Sachverständige kam unter anderem zu dem Befund, dass der Feuerraum viel zu groß ist und gegen alle Regeln im Ofenbau spricht. geschockt Mängelbeseitigung durch:
- Demontage des Kachelherdes einschliesslich des Abwärmeofens,
- Verkleinerung des Brennraumes,
- Neuauslegung der Rauchgaszüge anhand des Wertetrippels oder nach Schornsteinberechnung.
Ich hoffe, dass ich das ganze Zeugs aus den Gutachten jetzt richtig in den 3 Sätzen zusammengefasst habe :rolleyes:.

Nun war der Ofensetzer vor kurzem bei uns und hat sich die Sache nochmals angesehen. Brennraumverkleinerung wird nach Vorgabe des Sachverständigen wohl auch angegangen. Allerdings soll wenn möglich ein Grossteil des Abwärmeofens stehen bleiben wie er ist. Die Rauchgaszüge werden insgesamt zwar verlängert werden, aber in dem Teil, der stehen bleibt, bleiben auch die Züge erhalten.
Nun zur eigentlichen Frage (vor allem an die Experten hier): Kann das funktionieren? Betrifft so eine Abstimmung der Züge auf den Brennraum nicht sowohl den Querschnitt, alsauch die Länge? Oder spielt der Querschnitt nur eine untergeordnete Rolle?

Ich werd ihn auf jeden Fall nochmals darauf ansprechen, wie er die Sache sieht. Allerdings bin ich nach allem, was bisher war, seinen Antworten gegenüber etwas misstrauisch, vielleicht schon zu misstrauisch.

Falls jemand was dazu sagen kann, schonmal vielen Dank im voraus.

Bis demnächst zwinkern !
15.09.07, 23:42:18

Theo Kern

(Administrator)

Guten Morgen

Wenn die Heizleistung 5kW sein soll und die Aufgabemenge jeweils 3,88kg dann müssen Sie pro 24h ca. 10 x Holz nachlegen.
Die Feuerraumgröße muss auf die nachzulegende Holzmenge abgestimmt sein.
Da Ihr Feuerraum lt. Gutachter aber viel zu groß ist vermute ich dass der Ofenbauer den Ofen eben nicht als Herd sondern wie einen Grundofen berechnet hat.
Der Grundofen hat, je nach Bauart, ein Nachlegeintervall von 5, 8, 12, oder 24h.
Entsprechend der jeweiligen Holzmenge wird der Zug (Länge und Querschnitt) berechnet.
Die Gasgeschwindigkeit im Zug sollte um die 2m/Sekunde liegen.
Da die Gasmenge von der Holzmenge und der Abbrandgeschwindigkeit abhängt ist es logisch dass der Zugquerschnitt entsprechend größer oder kleiner ausfällt. Auch die Länge (Zug/Druck) des Schornsteines muss logischerweise in diese Berechnung eingehen.
Ziel ist es die Rauchgase im Zug soweit zu entwärmen dass ein möglichst hoher Wrkungsgrad erreicht wird. Dabei ist es notwendig darauf zu achten dass die Rauchgastemperatur die Kondensationstemperatur am Schornsteinkopf nicht unterschreitet. Der Temperaturabfall im Schornstein ist wiederum abhängig von der Bauart des Schorsteins sowie von dessen Länge und Querschnitt.
Da die Entwärmung natürlich auch von der Dicke des Aufbaus abhängig ist muss diese eben auch entsprechend ausgeführt werden. Daher hat ein schwerer Ofen einen längeren Zug als ein leichter, verbunden mit einer größeren Speicherung und einer längeren Wärmeabgabe.
Damit ist, im Prinzip, alles gesagt.
Aufgabe des Errichters ist es diese Bedingungen zu berücksichtigen und den Ofen entsprechend auszuführen.
Für diese Berechnungen gibt es Regelwerke. In Deutschland sind das die Fachregeln des Handwerkes.
Wir berechnen unsere Öfen allerdings nach den österreichischen Regeln da diese wesentlich genauer und umfangreicher alle Bedingungen berücksichtigen. Allerdings ist hier die Berechnung wesentlich zeitaufwändiger. Während die Berechnung nach den deutschen Fachregeln in ein paar Minuten erledigt ist, erfordern die österreichischen Regeln ein aufwändiges, zeitraubendes Berechnen zusammen mit der Planung des Ofens.
Meiner Meinung nach lohnt sich der höhere Aufwand aber weil damit gut funktionierende Öfen mit höchstmöglichem Wirkungsgrad zu erreichen.

Ich finde es gut dass Ihr Ofenbauer sein Werk nun nachbessern will, rate Ihnen aber auf eine schlüssige Berechnung derselben zu bestehen damit danach der Zirkus nicht wieder von vorne anfängt.

Ob die Bank nun beheizt wird oder nicht würde ich nicht als besonders wichtig betrachten. Entscheidend sollte sein dass die Nachbesserung dafür sorgt dass die vereinbarte Heizleistung mit dem berechneten Wirkungsgrad (minimal 78%) zur Verfügung steht.

Vielleicht wäre es sinnvoll den Gutachter, der den Ofen ja nun kennt, mit der Berechnung zu beauftragen. Das würde dem Ofenbauer auch helfen, in der nun aufgeheizten Athmosphäre, keinen weiteren Fehler zu machen. Ihnen würde das Sicherheit geben. Beiden Parteien wäre damit geholfen.
Bei den ganzen nun angefallenen Kosten sollte es auf die, eher geringen, zusätzlichen Kosten nun auch nicht mehr ankommen.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
17.09.07, 09:33:49

Hauklotz

(Member)

Hallo,

@Herr Kern:
Vielen Dank für die ausführliche Antwort. Bezüglich der 3,88kg Holz: Im Verlauf des ganzen Verfahrens kam zutage, dass die Berechnung, die wir vom Ofenbauer bekommen haben keine Berechnung für unseren Ofen ist, weil unseres eben ein "Koch-Back-Kachelofen" ist. Es ist die Berechnung für einen "normalen" Grundkachelofen. Die Berechnung eines Koch-Back-Kachelofens sei nicht möglich, weil hierfür nicht die erforderlichen Werte vorliegen. Diese "normale" Berechnung hatte er uns nur gegeben, weil ich ständig auf die Herausgabe der Berchnungsunterlagen gedrängt hatte. Leider hat er uns diesen Sachverhalt, also dass eine Berechnung für so einen Ofen nicht möglich ist, während der ganzen Beratungsgespräche vorenthalten.
Zitat:
Ob die Bank nun beheizt wird oder nicht würde ich nicht als besonders wichtig betrachten. Entscheidend sollte sein dass die Nachbesserung dafür sorgt dass die vereinbarte Heizleistung mit dem berechneten Wirkungsgrad (minimal 78%) zur Verfügung steht.

Darauf würde ich mich sofort einlassen, wenn dieser Wirkungsgrad garantiert werden könnte. Nun war die Temperierung der Ofenbank nun einmal eine Eigenschaft, die abgesprochen war. Der Ofenbauer hat versucht, sie mit "billigen" Mitteln (Sie sagen ja selber, dass diese Methode nur leidlich funktioniert) umzusetzen. Die Sensorik und Messtechnik, um diese Eigenschaft zu beurteilen, hat nunmal jeder der sich draufsetzt immer dabei und auch im Einsatz (sprich, wenn der A.... kalt wird ist's halt ungemütlich). Einen Wirkungsgrad von weniger als 78% nachzuweisen ist dagegen ungleich schwerer.

Zitat:
Ich finde es gut dass Ihr Ofenbauer sein Werk nun nachbessern will, rate Ihnen aber auf eine schlüssige Berechnung derselben zu bestehen damit danach der Zirkus nicht wieder von vorne anfängt.

Genau davor hab ich auch Bammel. Der Ofenbauer bessert aber meines Erachtens dashalb nach, weil ihm ansonsten eine Schadensersatzklage angedroht wurde. Der Streitwert wurde vom Sachverständigen nämlich auf den Neuwert des Ofens angesetzt.....
Wir haben während des ganzen Verfahrens vorgeschlagen, diese Neuauslegung von einer 3. Stelle prüfen zu lassen und die dafür notwendigen Kosten zu teilen. Damit hätten wir eine Sicherheit gehabt, dass die Auslegung stimmt und wenn wir anderer Meinung gewesen wären, hätten wir uns natürlich darüber im Klaren sein müssen, dass wir dann sozusagen gegen 2 Fachleute antreten müssen. Damit hätte unsere Gegenseite eine relativ große Sicherheit gehabt, nach dem Umbau Ruhe vor uns zu haben :D. Nun denn, leider ist die Fa. auf den Vorschlag nicht eingegangen.

Nun bessert er eben nach, wie er es für richtig hält. Dazu hat er nach Aussage unseres Anwalt auch das Recht. Und wenns in die Hose geht, geht in der Tat das Drama von vorne los.....

Soweit der momentane Stand. Übrigens.... der (Teil-)Abriss ist im Moment in vollem Gange. Mal sehen was danach kommt. Auf jeden Fall besteht noch Hoffnung :).

Bis demnächst.
18.09.07, 15:12:30

Theo Kern

(Administrator)

geändert von: Theo Kern - 18.09.07, 15:30:21

Hallo Hauklotz Da würde ich jetzt meinen F...Apparat auspacken und ein wenig dokumentieren.... Und nochwas. Wenn man etwas nicht hinreichend berechnen kann dann sollte man die Finger davon lassen. Es ist das alte Lied. Gebaut wird nach Gefühl und Erfahrung und dann kommt halt auch mal sowas dabei raus. So schlimm wie bei Ihnen ist es ja meistens nicht, die Kunden sind meist leidlich zufrieden, sie kennen es ja auch nicht besser. Ich verzichte z.B. grundsätzlich auf Aufträge die nicht ausreichend sicher zu bauen sind. Für Rechtsanwälte, Gutachter und Gericht ist mir jedenfalls meine Zeit zu schade.

Theo L. Kern theo.kern@kachelofen-profis.de http://www.kachelofen-profis.de Für direkten Kontakt bitte meinen E-Mail Link benutzen und eigene Kontaktdaten nicht vergessen. Auf halbanonyme Mails antworte ich nicht.
18.09.07, 15:20:59

Hauklotz

(Member)

Hallo Forum,

Hallo Herr Kern. Vielen Dank zunächst für die umgehenden Antworten auf die bisherigen Beiträge. Ich hoffe, dass dieser Thread bald geschlossen werden kann zwinkern

Hier nochmal eine kurze Rückmeldung über den aktuellen Stand.

Der Ofen ist nun schon seit ein paar Wochen umgebaut und im Betrieb. Für alle die es interessiert habe ich mal ein Foto angehängt.

Die Bank wird jetzt auf jeden Fall gut warm, das kann man schonmal als positive Bilanz ziehen.
Unter der Bank wurde ein Zug verlegt. Dies macht sich auch dahingehend vorteilhaft bemerkbar, weil die beheizte Ofenoberfläche zum Aufenthaltsbereich hin merklich vergrößert wurde. D.h. man bekommt spürbar mehr Strahlungswärme ab als vorher.

Hinsichtlich Wirkungsgrad bzw. Holzverbrauch will ich jetzt noch keine Prognose wagen. Hier werd ich mal den Winter abwarten.

Einen Knackpunkt habe ich allerdings noch. Vielleicht wissen Sie, oder jemand anderer darauf eine Antwort.

Wenn man die verschiedenen Beschreibungen von Kamin- und Kachelöfen, vor allem Grundöfen durchliest, hört - oder besser liest - man immer wieder, dass Holz am besten auf einem geschlossenen Boden in der eigenen Glut verbrennt, unter Zuführung von vorgewärmter Luft von der Seite (Sekundärluft). Die altebkannte Rostfeuerung scheint wohl eher noch aus einer Zeit zu stammen, in der die Öfen mit allem möglichen, sprich Holz Kohle, Brikett etc, beheizt wurden. Leider fand ich trotz ausgiebiger Suche bisher keinen Vorteil, den ein Rost bei ausschliesslicher Holzfeuerung bringt. Bei uns ist nämlich so eine Befeuerung eingebaut (das war auch vorher schon so) und ich wüsste zu gerne, warum. Ich bin leider jetzt erst drauf gestossen, sonst hätte ich mich vorher schon danach erkundigt.

Also, kennt hier vielleicht jemand einen Vorteil, oder Grund, warum in einem Kachelherd ein Rost verbaut wird?

Vielen Dank schonmal und bis demnächst.

Hauklotz
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13.11.07, 22:32:21
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